Pfade für eine klimaneutrale Region Bayerischer Untermain

Mit dem LEADER-Kooperationsprojekt „Pfade für eine klimaneutrale Region Bayerischer Untermain“ der Energieagentur Bayerischer Untermain soll eine Strategie erarbeitet werden, um die Weichen hin zu einer klimaneutralen Region zu stellen. Es sollen Klimaschutzpotenziale identifiziert und die Umsetzungsgeschwindigkeit der Maßnahmen erhöht werden. Letztlich soll dies zu einer deutlichen Steigerung der Ambitionen beim Klimaschutz führen und die Region zu einem Vorreiter in Sachen Klimaschutz machen. Klimaschutz auf kommunaler und regionaler Ebene muss als Prozess betrachtet werden, bei dem sich politische Rahmenbedingungen, wie CO2-Bepreisung sowie technologische Möglichkeiten stetig ändern. Mit dem Konzept sollen wirksame Klimaschutzmaßnahmen in allen Sektoren und Handlungsfeldern entwickelt und in die Umsetzung gebracht werden.

www.energieagentur-untermain.de

Antragsteller: ZENTEC GmbH Energieagentur Bayerischer Untermain (Geschäftsbereich) 

Gesamtkosten: 248.100,72 €
LEADER-Förderung: 145.941,60
LAG Spessart: 72.970,80€
LAG Main4Eck: 72.970,80 €
Eigenmittel: 102.159,12€
 

Kurze Vorhabensbeschreibung

Der Bayerische Untermain ist Teil der Metropolregion FrankfurtRheinMain und geprägt von Verflechtungen industriell geprägter Wirtschaftsbereiche entlang der Main-Schiene sowie ländlich geprägte Bereiche in Spessart und Odenwald.
Das Projekt "Pfade für eine klimaneutrale Region Bayerischer Untermain" umfasst die Entwicklung einer volkswirtschaftlich kosteneffizienten Strategie, mit der aufgezeigt wird, wie diese heterogene Region, das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 erreichen kann.

Kurze Beschreibung der Ausgangslage

Die Region Bayerischer Untermain sieht sich als Vorbildregion und Impulsgeber für die Umsetzung von konkreten Klimaschutzmaßnahmen in Bayern. Bereits 2011 wurde ein Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (IEKK) erstellt, auf dessen Grundlage Strukturen geschaffen wurden, um Ziele nachhaltig und langfristig verfolgen und Maßnahmen erfolgreich umsetzen zu können. 2017 wurde die regionale Treibhausgasbilanz (nach BISKO-Standard) fortgeschrieben und ermittelt, ob und inwiefern bereits Erfolge bei der Reduzierung von Emissionen erzielt werden konnten.
Seit der Veröffentlichung des Konzeptes haben sich die Rahmenbedingungen im Bereich Energie und Klimaschutz aber grundlegend geändert. Der Klimawandel ist vorangeschritten, eine Zunahme von Extremwetterereignissen, steigenden Temperaturen, Zunahme an Hitzetagen etc. sind inzwischen auch im Untersuchungsraum sichtbar und messbar.
2015 wurde das Abkommen von Paris wurde verabschiedet
2019 hat die Europäische Union mit dem European Green Deal einen Rahmen gesetzt, um bis 2050 in der Europäischen Union die Netto-Emissionen von Treibhausgasen auf null zu reduzieren.
Im Juni 2021 wurde das Deutsche Klimaschutzgesetz novelliert, wonach Deutschland bis 2045 Klimaneutralität erreichen soll. Der Freistaat Bayern soll nach dem neuen Klimaschutzgesetz bereits 2040 klimaneutral werden.
Regionen, Städten, Landkreisen und Kommunen kommt bei der Umsetzung dieser Ziele eine wichtige Rolle zu. Sie übernehmen Vorbildfunktion und sind angehalten, auf Verwaltungsebene bereits bis 2035 klimaneutral zu werden. Das Integrierte Klimaschutzkonzept (2011) der Region wurde auf Grundlage älterer Anforderungen an den Klimaschutz erstellt und erfüllt nicht mehr aktuelle Zielsetzungen und Szenarien und bedarf einer Neuausrichtung. Für die heterogene Region aus industriell geprägten Wirtschaftsbereichen und ländlich geprägten, waldreichen Gebieten in Spessart und Odenwald soll ein innovatives und volkswirtschaftlich kosteneffizientes Strategiekonzept mit ambitionierten Zielen, die im Einklang mit den übergeordneten Zielen des Bundes und des Freistaates stehen, entwickelt werden.

Kurze Beschreibung, was unmittelbar mit dem Projekt erreicht werden soll

Mit dem Konzept „Pfade für eine klimaneutrale Region Bayerischer Untermain“ soll eine Strategie erarbeitet werden, um die Weichen hin zu einer klimaneutralen Region zu stellen. Es sollen Klimaschutzpotenziale identifiziert und die Umsetzungsgeschwindigkeit der Maßnahmen erhöht werden. Letztlich soll dies zu einer deutlichen Steigerung der Ambitionen beim Klimaschutz führen und die Region zu einem Vorreiter in Sachen Klimaschutz machen.

Klimaschutz auf kommunaler und regionaler Ebene muss als Prozess betrachtet werden, bei dem sich politische Rahmenbedingungen, wie CO2-Bepreisung sowie technologische Möglichkeiten stetig ändern. Mit dem Konzept sollen wirksame Klimaschutzmaßnahmen in allen Sektoren und Handlungsfeldern entwickelt und in die Umsetzung gebracht werden.
Die Studie „Pfade für eine klimaneutrale Region Bayerischer Untermain“ soll folgende Zielstellungen umfassen:
- Ableitung des Referenz-Pfades (Betrachtung unter Fortsetzung derzeitiger Anstrengungen/Maßnahmen/Entwicklungen)
- Entwicklung des 80-Prozent-Pfads (Senkung der THG-Emissionen um 80 Prozent gegenüber 1990)
- Entwicklung eines Pfades zur klimaneutralen Region 2040  (100-Prozent-Pfad)

Die Ziele sind demnach ambitionierter als die des Bundes.
Für die drei Gebietskörperschaften soll darüber hinaus eine Strategie zur „klimaneutralen Kommunalverwaltung“ bis 2035 entwickelt werden.

Bestandteile des Projekts

(1)Ist-Analyse sowie Energie- und Treibhausgasbilanz sowie Indikatorenvergleich:
Die Analyse wird nach dem endenergiebasierten Territorialprinzip für den stationären Energieverbrauch sowie für den Sektor Mobilität für Kommunen nach dem BISKO-Standard (Bilanzierungs-Systematik Kommunal) erstellt.  Ebenso werden  Indikatoren mit Bundesdurchschnittsdaten und anderen  Regionen/Gebietskörperschaften verglichen. Die Treibhausgas-Bilanz (THG-Bilanz) soll individuell für die Landkreise Miltenberg und Aschaffenburg sowie für die Stadt Aschaffenburg erstellt und anschließend zur regionalen Bilanz zusammengeführt werden.
Abweichend bzw. Ergänzend zum BISKO-Standard soll die THG-Bilanz der Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft betrachtet werden.

(2) Potenzialanalyse und Szenarien
Aufzeigen von Potenzialen und Szenarien in den Bereichen Energieeinsparung, Steigerung der Energieeffizienz und Ausbau erneuerbarer Energie, Zugang zu THG-neutralen sekundären Energieträgern, wie Wasserstoff oder LOHC  (vgl. „Energiedreisprung“ Art. 2 §5 Bayerisches Klimaschutzgesetz).
Diese Szenarien werden in Form dreier Pfade aufgezeigt:
Ableitung des Referenz-Pfades (Betrachtung unter Fortsetzung derzeitiger Anstrengungen/Maßnahmen/Entwicklungen)
Entwicklung des 80-Prozent-Pfads (Senkung der THG-Emissionen um 80 Prozent gegenüber 1990
Entwicklung eines Pfades zur klimaneutralen Region 2040  (95 bis 100-Prozent-Pfad)
Die Analysen und Szenarien sollen jeweils für die Stadt-/Landkreisebene betrachtet und auf Region übertragen werden

(3)THG-Minderungsziele
Für die kommenden Jahre sollen THG-Minderungsziele mit dem Zielhorizont bis 2040 abgeleitet werden. Im Detail sollen spezifische, zielkonforme Handlungsstrategien und priorisierte Handlungsfelder für den 80- und 100-Prozent-Pfad identifiziert und ausgearbeitet werden;

(4)Akteursbeteiligung
Zur Ermittlung von Potenzialen und zur Entwicklung von Zielen, Strategien und Maßnahmen ist eine breite Beteiligung aller relevanten und betroffenen Akteure vorgesehen. Dies umfasst Verwaltungseinheiten in den Gebietskörperschaften, den bayerischen Gemeindetag, Versorgungsunternehmen, Kammern und Wirtschaftsverbände, Forstverwaltung und ALE, ausgewählte Umweltverbänden und weitere relevante regionale Akteure.

(5) Maßnahmenkatalog
Maßnahmen sollen u.a. nach folgenden Kriterien entwickelt und aufgezeigt werden: Ziel/Strategie, Beschreibung, Zielgruppe, Erfolgsfaktoren, Finanzierung, Erfolgsindikatoren, Energie- und THG-Einsparung.
Über die Summe der erarbeiteten Maßnahmen muss die avisierte Zielerreichung der beiden Pfade sichergestellt werden.
(6)Potenzialanalyse, Handlungsstrategie und Maßnahmen zur "klimaneutralen Kommunalverwaltung" bis spätestens 2035;
Für die Verwaltungen der drei Gebietskörperschaften werden die vorliegenden THG-Bilanzierungen aktualisiert. Auf dieser Grundlage werden Potenzialanalyse, Handlungsstrategie und Maßnahmen entwickelt. Alternativ soll der Vergleichspfad „Klimaneutralität bis 2040“ aufgezeigt werden.

(7)Verstetigungsstrategie
Um die Umsetzung der Strategie langfristig in der Region zu verankern, müssen Strukturen ggf. weiterentwickelt, „klimarelevante“ Prozesse identifiziert und angepasst  werden.  Auch Haushaltsansätze müssen geprüft und Finanzierungsvorschläge entwickelt werden.

(8)Controlling-Konzept
Eine regelmäßige, fortlaufende Evaluierung soll eine erfolgreiche Umsetzung der Strategie sichergestellt werden. Das Controlling System stellet einen Kreislauf dar, die Zielerreichung wird über Top-down- und Bottom-up-Verfolgung inklusive Auswertung von Indikatoren und Rahmenbedingungen beobachtet.

(9)Kommunikationsstrategie
Für die Erstellung der Studie „Pfade für eine klimaneutrale Region…“  ist die konsens- und unterstützungsorientierte Zusammenarbeit mit allen Zielgruppen bereits während der Erstellung essentiell. Zudem ist eine Strategie zu entwickeln, wie die Ergebnisse, Maßnahmen und Umsetzungsschritte zielgruppengerecht kommuniziert werden.

Umsetzungsort

Region Bayerischer Untermain: Landkreis Miltenberg, Landkreis Aschaffenburg, Stadt Aschaffenburg

Übereinstimmung mit den Zielen der LES

Das Projekt leistet einen Beitrag zu zwei Entwicklungszielen und drei Handlungszielen der LES. Im Entwicklungsziel 4 „Zukunftsregion Spessart“ werden die Indikatoren der Handlungsziele 4.3 „Entwicklung zukunftsfester Infrastrukturen im ländlichen Raum“ und 4.4 „Weiterentwicklung einer nachhaltigen Mobilität“ erreicht. Im Entwicklungsziel 3 „Naturregion Spessart“ wird durch das Projekt das Handlungsziel 3.5 „Förderung und Unterstützung der Bildung für nachhaltige Entwicklung“ mit Leben gefüllt.

Beschreibung der Bürger- und/oder Akteursbeteiligung

Im Rahmen der Akteursbeteiligung (Phase 4) ist eine breite Beteiligung aller relevanten und betroffenen Akteure vorgesehen. Dies umfasst Verwaltungseinheiten in den Gebietskörperschaften, den bayerischen Gemeindetag, Versorgungsunternehmen, Genossenschaften, Kammern und Wirtschaftsverbände, Forstverwaltung und ALE, ausgewählte Umweltverbänden und weitere relevante regionale Akteure.

Beschreibung des Nutzens für das LAG-Gebiet

Die Bedeutung für das LAG-Gebiet ist als hoch einzustufen, da die zu erarbeitende Strategie für den gesamten westlichen Teil des LAG-Gebiet der LAG Spessart sowie darüber hinaus entworfen wird. Im Beteiligungsprozess werden somit Vereine, Verbände und weitere Akteure aus dem bayerischen Untermain integriert. Durch Identifizierung ambitionierte Ziele geht die Region voran, bringt ihren Vorbildcharakter zum Ausdruck, inspiriert und aktiviert ggf. weitere Akteure.
Die Untersuchung ist ein Baustein zur Sicherung von Lebensbedingungen und es erfolgt eine frühzeitige Weichenstellung im Hinblick auf die THG-Neutralität der Region und zugleich auf ihre wirtschaftliche Entwicklung und Versorgungssicherheit.

Beschreibung des Innovationsgehalt

Im Vergleich zu herkömmlichen Klimaschutzkonzepten betrachtet dieses Projekt die Teilräume ebenso wie die Region als Ganzes. Die anvisierten Ziele übertreffen die des Bundes für die Verwaltung. Eine Kommune, die vor der Bundesebene THG-neutral sein möchte, muss sich überdurchschnittlich engagieren. Es ist herauszuarbeiten, wo diese Mehranstreng- ungen besonders relevant sind und wo sie eine besondere Herausforderung darstellen. Anhand von Szenarien (Pfaden) wird aufgezeigt, welche Anstrengungen notwendig und volkswirtschaftlich vertretbar sind, um die Ziele zu erreichen. Die Betrachtung der Pfade stellt einen bundesweit innovativen Ansatz dar, der erstmalig auf regionaler Ebene abgebildet wird.

Darstellung der Vernetzung zwischen Partnern und/oder Sektoren und/oder Projekten

Gebietskörperschaften, Versorgungswirtschaft, Genossenschaften, Land- und Forstwirtschaft, Kammern

Sektor-übergreifende Strategie

Strategie ist Grundlage für die Entwicklung zukunftsgerichteter Projekte und Maßnahmen.
Maßnahmen werden nach standardisiertem Muster aufbereitet und Handlungsfeldern zugeordnet ( z.B. Verkehr, private Haushalte, Verkehr, Verwaltung, Zeitpunkt, Dauer der Maßnahme).

Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels bzw. zur Anpassung an seine Auswirkungen

Mit der Studie wird die zentrale Strategie der Region zur Eindämmung des Klimawandels erarbeitet. Sie dient als Schlüssel zur Reduzierung der Emissionen und zum Erreichen einer THG-Neutralität der Region.
Ebenfalls kann Sie Erkenntnisse hinsichtlich des Umbaus oder Erhalts des Forstes bzw. zu Landnutzung liefern.

Beitrag zu Umwelt-, Ressourcen- und/oder Naturschutz

Als Klimaschutz-Strategie kann die Studie zumindest in Teilen einen Beitrag zu Umwelt- und Ressourcenschutz leisten.

Beitrag zur Sicherung der Daseinsvorsorge bzw. zur Steigerung der Lebensqualität

Die Umsetzung der Studie soll die Weichen zur Sicherung der Lebensqualität (unter klimatischen Gesichtspunkten) stellen. Die zu entwickelnden Maßnahmen sollen einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung leisten und zum Erhalt bzw. zur zukunftssicheren Entwicklung der regionalen Wirtschaftsstrukturen beitragen.

Beitrag Förderung der regionalen Wertschöpfung

Die Studie umfasst einen Maßnahmenkatalog, der auf regionaler Ebene, idealerwerweise von und mit regionalen Akteuren, umgesetzt werden soll (z.B. regionales Energiewerk unter Beteiligung von Kommunen). Es ist die Grundlage für eine sinnvolle, reg. Erschließung von Potenzialen.

Beitrag zum sozialen Zusammenhalt

Die Studie kann Investitionen in erneuerbare Energie und Zukunftstechnologien auslösen und zur Schaffung bzw. dem Erhalt von Arbeitsplätzen beitragen. Sie leistet einen Beitrag zur Bildung- /Bewusstseinsbildung und kann so das Engagement zur Umsetzung klimafreundlicher Praktiken und Maßnahmen fördern. Die Umsetzung des Konzeptes eröffnet Möglichkeiten zur Beteiligung an Prozessen und zur Teilhabe.

Ggf. Beitrag zu weiteren LAG-spezifischen Kriterien aus der Checkliste Projektauswahlkriterien

Während der gesamten Projektlaufzeit laufen Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit: Informationen auf der Homepage, Zeitungsartikel, Social Media

Erwartete nachhaltige Wirkung

Das Projekt legt die Basis für eine kontinuierliche Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in der Region. Der Projektbaustein „Potenzialanalyse, Handlungsstrategie und Maßnahmenkonzept für eine Klimaneutrale Verwaltung auf Ebene der beiden Landkreise und der Stadt AB“ zeigt exemplarisch auf, wie die Kommunen in der Region Klimaneutralität im Zeitraum 2035 bis 2040 erreichen können.
Es ist davon auszugehen, dass insbesondere der Maßnahmenkatalog einen Schub bei der Entwicklung von Folgeprojekten auslöst und sich neben dem Beitrag zum Klimaschutz sich auch wirtschaftlich positiv auf die Region auswirkt.

Sicherung von Betrieb und Nutzung des Projekts

entfällt, da reine Konzepterstellung

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