Schutz- und Infohütten im Naturpark Spessart

Der Naturpark Spessart e.V. führte im Jahr 2017 einen Ideenwettbewerb zu Schutz- und Infohütten durch, bei dem die prämierte Siegeridee „Vogelhaus“ von Zimmereilehrlingen der Josef-Greising-Schule in Würzburg als verkleinertes Modell erstellt wurde. Spessartbund, Bayerische Staatsforsten und Naturpark Spessart haben danach die Eselshöhe bei Waldaschaff als einen der wichtigsten Wander-Knotenpunkte im Spessart ausgewählt und somit einen geeigneten Standort für die „Modellhütte“ gefunden. Daher wurde die „Grenzrainhüte“ dort – mit staatlicher Förderung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karlstadt – durch den Forstbetrieb Heigenbrücken in die Tat umgesetzt. Die nun bei Waldaschaff aufgestellte Schutz- und Infohütte dient als Muster für ein Netz von 26 Schutz- und Infohütten im Spessart, das nun im Rahmen des LEADER-Kooperationsprojektes „Schutz- und Infohütten im Naturpark Spessart“ an ausgewählten Standorten entsteht.

Antragsteller: Naturpark Spessart e.V.

Gesamtkosten: 502.125,00 €
LEADER-Förderung: 295.413,48
LAG Spessart: 181.797,46 €
LAG Main4Eck: 113.616,02€
Naturpark Spessart: 198.761,00 €
Gemeinde Dammbach: 7950,44 €

Kurzdarstellung des Projektes

Der Naturpark Spessart e.V. führte im Jahr 2017 einen Ideenwettbewerb zu Schutz- und Infohütten durch, bei dem die prämierte Siegeridee „Vogelhaus“ von Zimmereilehrlingen der Josef-Greising-Schule in Würzburg als verkleinertes Modell erstellt wurde. Spessartbund, Bayerische Staatsforsten und Naturpark Spessart haben danach die Eselshöhe bei Waldaschaff als einen der wichtigsten Wander-Knotenpunkte im Spessart ausgewählt und somit einen geeigneten Standort für die „Modellhütte“ gefunden. Daher wurde die „Grenzrainhüte“ dort – mit staatlicher Förderung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karlstadt – durch den Forstbetrieb Heigenbrücken in die Tat umgesetzt.

Die nun bei Waldaschaff aufgestellte Schutz- und Infohütte dient als Muster für ein Netz an 26 Schutz- und Infohütten im Spessart.

Kooperationsprojekt

Projektbestandteile:

  • Bau von Info- und Schutzhütten
  • Entwicklung und Aufstellen von Infotafeln

Umsetzungszeitraum: 2019-2021

Projektbeteiligte:

  • Naturpark Spessart
  • Gemeinden
  • Spessartbund
  • LAGn Spessart und Main4Eck
  • Tourismusverband Spessart-Mainland

Projektziele

Unmittelbare Ziele:

  • Bau von einheitlichen Schutzhütten aus Spessartholz
  • Aufstellen der Schutzhütten an neuralgischen Punkten im Naturpark Spessart
  • Aufstellen von Infotafeln an den Hütten zu verschiedenen Themen des Spessarts

Verbesserung der Wanderinfrastruktur im Naturpark Spessart

Nutzung von heimischen Holz

Entwicklungsziel 2 „Freizeit-, Naherholungs- und Urlaubsregion Spessart“

Handlungsziel a) Profilierung des Spessarts als nachhaltig aufgestellte Freizeit-, Naherholungs- und Urlaubsregion

Durch die neuen Schutz- und Infohütten profiliert sich der Spessart weiter als eine moderne und nachhaltig aufgestellte Wanderregion, die sowohl für Fern- als auch für Tageswanderungen und Spaziergänge attraktiv ist. Somit wird der Indikator des Handlungszieles erreicht.

Handlungsziel b) Weiterentwicklung und gezielte Ergänzung einer nachhaltigen Infrastruktur und der Angebote für Freizeit, Naherholung und Urlaub

Durch das Kooperationsprojekt bekommt die touristische Infrastruktur des Spessarts eine gezielte Aufwertung. Viele der bestehenden Schutzhütten sind inzwischen marode und von der Ausstattung nicht mehr an die Bedürfnisse der Wanderer, Mountainbiker und sonstigen Nutzer angepasst. Außerdem fehlen Schutzhütten an wichtigen Knotenpunkten von Wanderwegen oder auf stark frequentierten Wanderwegen. Durch das Projekt werden neue Infrastrukturangebote geschaffen und somit der Indikator des Handlungszieles erreicht.

Entwicklungsziel 3 „Qualitätsregion für Holznutzung Spessart“

Handlungsziel a) Profilierung als Qualitätsregion für innovative und nachhaltige Holznutzung

Durch das Kooperationsprojekt wird eine innovative und nachhaltige Holznutzung im Spessart gefördert. Im vorangegangenen Ideenwettbewerb haben Zimmereischüler innovative Ideen für die Schutzhütten entwickelt. Das Siegermodell „Vogelhaus“ wurde als Musterhütte gebaut und nun durch das Kooperationsprojekt in die Fläche des Spessarts gebracht. Diese Maßnahme erfüllt den Indikator des Handlungsziel

Handlungsziel c) Verstärkte Nutzung sowie Diversifizierung der Produktlinien für die bauliche Verwendung von heimischen Holz vor Ort

Durch das Kooperationsprojekt wird das heimische Holz aus dem Spessart in den Fokus der baulichen Nutzung im Außenbereich gerückt. Sowohl die Schutzhütten als auch die Ausstattung der Hütten mit Sitzmöbeln und Tischen wird aus heimischen Hölzern gebaut. Somit wird die Produktpalette erweitert und das heimische Holz als Baustoff breiter aufgestellt. Durch diese innovativen Maßnahmen werden die Indikatoren des Handlungszieles erreicht.

Entwicklungsziel 4 „Wirtschafts- und Versorgungsstandort Spessart“

Handlungsziel a) Stärkung der regionalen Betriebe

Das Kooperationsprojekt dient dem „Wirtschafts- und Versorgungsstandort Spessart“, indem junge Auszubildende aus der Region im vorgeschalteten Ideenwettbewerb eine Möglichkeit bekommen haben, Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen und so etwas lernen, was die regionalen Handwerksbetriebe stärkt. Die Idee des Siegermodells war die Grundlage für die Musterhütte, die auf der Eselshöhe von einem regionalen Handwerksbetrieb gebaut wurde. Und auch die Schutz- und Infohütten, die nun in die Fläche des Spessarts gebracht werden, sollen möglichst auf der gesamten Wertschöpfungskette aus und im Spessart entstehen.

Innovative Aspekte des Projekts

Das Kooperationsprojekt im Naturpark Spessart ist in seiner ganzen Entwicklung innovativ. In dem vorgeschalteten Ideenwettbewerb haben Berufsschüler des Zimmereiwesens Modelle von Schutzhütten entworfen und gebaut. Das Siegermodell wurde dann in eine Musterhütte überführt. Spessartbund, Bayerische Staatsforsten und Naturpark Spessart haben die Eselshöhe bei Waldaschaff als einen der wichtigsten Wander-Knotenpunkte im Spessart ausgewählt und somit einen geeigneten Standort für die Musterhütte gefunden. Diese wurde dort – mit staatlicher Förderung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karlstadt – durch den Forstbetrieb Heigenbrücken in die Tat umgesetzt. Diese Musterhütte dient nur als Planungsgrundlage für das Kooperationsprojekt.

Innovativ an dem eigentlichen Kooperationsprojekt ist die Verknüpfung der regionalen, nachhaltigen Holznutzung mit dem regionalem Handwerk und dem Tourismus. Dies führt zu Synergien in den Wirtschaftsbereichen, die für den Spessart von größter Bedeutung sind und entschärft so den Nutzungskonflikt zwischen Forstwirtschaft auf der einen Seite und Tourismus, Freizeit und Erholung auf der anderen. Weiterhin wird durch das Projekt zum ersten Mal spessartweit die wandertouristische Infrastruktur einheitlich ausgebaut. So setzt das Projekt ein Zeichen weg vom klein-klein im Tourismus hin zur Etablierung der regionalen Marke „Spessart“ im Dschungel der Tourismusdestinationen.

Bezug des Projekts zu den Themen "Umwelt" und "Klima"

Das Projekt hat einen Bezug zu „Umwelt“ und „Klima“, da Wandern eine naturverträgliche Freizeit- und Erholungsnutzung ist und diese durch das Projekt im Spessart gefördert wird. Die Schutzhütten sind ein Produkt der nachhaltigen Forstwirtschaft (hoher Anteil an FSC und PFSC-zertifizierten Wäldern im Spessart) und tragen so mit ihrem klimafreundlichen Baustoff zu einer langfristigeren CO²-Speicherung bei. Auch die kurzen Transportwege in der regionalen Wertschöpfungskette Holz sind für das Klima ein Gewinn. Desweiteren werden nur Standorte für Schutzhütten festgelegt, die aus natur- und umweltschutzfachlicher Sicht unbedenklich sind.

Bezug des Projekts zum Thema "Demographie"

Das Thema „Demographie“ spielt nur am Rande des Projekts eine Rolle. Die Zusammenarbeit von Berufsschulen und Akteuren des Wandertourismus im Vorfeld des Kooperationsprojektes ist einmalig für den Spessart und bietet jungen Menschen die Möglichkeit sich aktiv in die Entwicklung ihrer Region einzubringen und verstärkt so die Identifikation mit der Region. Hinzu kommt, dass auch die Wanderer immer älter werden und die Infrastruktur auf die Bedürfnisse der Wanderer angepasst werden muss. So bieten die Schutzhütten nicht nur Schutz bei schlechtem Wetter, sondern geben den Wanderern auch eine Rast- und Sitzmöglichkeit, um sich zu erholen, bevor die Wanderung weitergeht. Durch die neuen Schutzhütten wird die Freizeitinfrastruktur auch für die Menschen aus der Region attraktiver und kann so der Abwanderung der jungen Bevölkerung entgegenwirken. Dem Rückgang des Ehrenamtes, einer sekundären Auswirkung des demographischen Wandels, wird Rechnung getragen, dass im Rahmen des Projektes nicht die ganze Arbeit auf den Schultern eines Vereins lastet, sondern es eine Kooperation zwischen dem Naturpark Spessart, dem Spessartbund und den Gemeinden, in denen eine Schutzhütte gebaut wird, gibt.

Bedeutung des Projekts für das LAG-Gebiet

Das Projekt ist für das LAG-Gebiet von großer Bedeutung, da in ihm zwei Themen verbunden werden, welche für die Region schon immer wichtig und charakteristisch waren und sind. Zum einem ist der Spessart eine klassische Wanderdestination im bewaldeten Mittelgebirge. Der Wandertourismus erlebt zurzeit eine Renaissance. Wenn der Spessart weiterhin attraktiv für Wanderer sein will, dann muss die Infrastruktur modernisiert und ausgebaut werden. Dies aber nicht in dem Maße wie in den 60ern und 70ern Jahren, in denen man von einer „Vollmöbelisierung“ des Spessarts sprechen konnte, sondern mit Augenmaß und vor allem nachhaltig, so dass die Schutzhütten auch gepflegt und instand gehalten werden können. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die einheitliche Bauweise der Schutzhütten, welche auch optisch dazu beiträgt, den Naturraum als eine Region wahrzunehmen. Durch die Entwicklung von innovativen Schutz- und Infohütten im Rahmen dieses Projektes wird die Attraktivität der Region für Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer erhöht. Gerade auch für weniger geübte Wanderer, Familien und Senioren erschließen sich neue Tourenmöglichkeiten (wichtig in Hinblick auf bedeutende touristische Zielgruppen und den demographischen Wandel). Das andere wichtige Thema für den waldreichen Spessart ist die Forstwirtschaft und die Nutzung des einheimischen Holzes. Für die Region ist es wichtig, dass die holzverarbeitende Industrie und das holzverarbeitende Handwerk erhalten bleibt, sowohl was die Arbeitsplätze und Lehrstellen in der Region betrifft, aber auch für das Image des Spessarts spielt Holz eine wichtige Rolle. Dafür ist es wichtig neue Produkte zu entwickeln und auch die Buche als Baustoff verstärkt auf dem Markt zu platzieren. Die Schutzhütten sind ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.

Einbindung von Bürgern, Vereinen o. ä. in das Projekt

Im Zuge des Ideenwettbewerbs im Vorfeld des Kooperationsprojektes wurden die Berufsschüler der beteiligten Schulen eingebunden. Außerdem waren neben dem Naturpark Spessart inhaltlich noch der Spessartbund und der Tourismusverband Spessart-Mainland, die als Akteure des Wandertourismus im Spessart aktiv sind, am Projekt beteiligt und zwar in der Fachjury. In dieser saßen auch Vertreter des regionalen Handwerks und der Politik. 

Am Bau und Umsetzung des Siegermodells in die Musterhütte waren neben dem Naturpark Spessart, dem Spessartbund und dem Tourismusverband Mainland-Spessart das AELF Karlstadt und der Forstbetrieb Heigenbrücken beteiligt.

Im Kooperationsprojekt, dem Bau und Aufstellen der Schutz- und Infohütten, sind der Naturpark Spessart, der Spessartbund, der Tourismusverband Spessart-Mainland, die Gemeinden welche auf ihrem Gebiet eine Schutzhütte aufstellen lassen, und die LAGn eingebunden.

Vernetzung des Projekts in der Region / ggf. überregionale Vernetzung

Das Projektgebiet umfasst die gesamte Gebietskulisse der LAGen Spessart und Main4Eck und damit den gesamten Naturpark Spessart. Der Naturpark Spessart wird von seinen Mitgliedern getragen.

Erwartete nachhaltige Wirkung / Sicherung von Betrieb und Nutzung des Projekts

In der Vorplanung werden die Standorte bestimmt und alle formalen Angelegenheit mit den Kommunen geklärt, auf deren Boden eine Schutz- und Infohütte gebaut wird. Die Kommunen verpflichten sich im Zuge der Vorplanung, für die nachhaltige Pflege und baurechtliche Sicherung der Schutz- und Infohütten verantwortlich zu sein. Die Pflege der Schutzhütten ist über den Projektzeitraum und die Zweckbindungsfrist hinaus durch die Gemeinden, auf deren Gebiet sie stehen, gewährleistet und so ist der Betrieb gesichert. Die Schutzhütten stehen dem Wanderer auch nach dem Ende des Projektes zur Verfügung und haben so eine nachhaltige Wirkung für den Wandertourismus in der Region.

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